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#01 Eating

#01 Eating

Like no other basic biological function, food is ritualized and charged with cultural meanings. Through food we assure ourselves of life, celebrate it and are grateful. At home, the family meets for dinner, we arrange to meet friends for cooking together or go to restaurants.
    With a meal we celebrate rather festive, official occasions. The first date, the first contract, birth, wedding, death. In contrast, drinking appointments are much more unofficial. In the everyday presence, food usually outshines drinking. Have you ever been asked "What did you have to drink at home lastnight?" People are much more interested in food. Together with the weather and health, food is the hot topic of conversation.
    The countless rules of etiquette at dinner reflect the struggle to cultivate our animal origins. We tell our children not to eat like pigs and we invest a lot of time and nerves to teach them how to do it right.

Not only the intake of food, but also its preparation is artful and ritualized. In cooking we become aware - even more so than in eating itself - of the fundamental importance of infusing substances into our bodies. We prepare the matter of which our body consists and will consist tomorrow. You are what you eat.
    Who ever cooks food or, in a broader sense, produces food, also determines who we are. Whoever gives food provides for others and thus takes on a role that we associate with the mother, nature or - even more abstractly - a creating force.
    If we try to explain the almost never-ending success of cooking shows, we come across an experiential dimension that symbolically corresponds to "being nourished", which we know from childhood and which gives us security, safety.  In this way, the audience waits for the entire preparation process to be completed, in anticipation of the tasting,with which the tension closes, accompanied by a "Mhhhhhh... tasty! Very few of the dishes prepared on television are recooked - we are nourished by them anyway.

#01 Essen

Wie keine andere biologische Grundfunktion ist das Essen ritualisiert und mit kulturellen Bedeutungen aufgeladen. Durch Essen versichern wir uns des Lebens, feiern es und sind dankbar. Zuhause trifft sich die Familie beim Essen, wir verabreden uns mit Freunden zum gemeinsamen Kochen oder gehen in Restaurants.
    Mit einem Essen begehen wir eher festliche, offizielle Anlässe. Die erste Verabredung, den ersten Vertrag, Geburt, Hochzeit, Tod.Verabredungen zum Trinken sind dagegen deutlich inoffizieller. In der Alltagspräsenz sticht Essen das Trinken meistens aus. Wurden Sie schon einmal gefragt „Was gab es denn gestern Abend bei Ihnen zu trinken?“ Für das Essen interessieren sich die Leute deutlich mehr. Zusammen mit dem Wetter und der Gesundheit ist das Essen das Top Gesprächsthema.
    Die unzähligen Benimmregeln beim Essen spiegeln das Ringen um die Kultivierung unserer animalischen Herkunft wider. Essen vs. Fressen,Beißen vs. Reißen, Kauen vs. Klauen - die akzeptierten Begriffe der Nahrungsaufnahme haben ein Pendant in der rohen Tierwelt, aus der wir stammen.Wir erklären unseren Kindern, dass es beim Menschen nicht Fressen heißt,sondern Essen und wir unterrichten sie in der Art, wie man das tut.

Nicht nur die Aufnahme der Nahrung, auch die Zubereitung ist kunstvoll und ritualisiert. Im Kochen werden wir uns - noch stärker als beim Essen selbst - der grundlegenden Bedeutung des Zuführens von Stoffen in unseren Körper bewusst. Wir bereiten die Materie auf, aus der unser Körper besteht und morgen bestehen wird. Du bist was Du isst.
    Wer Essen kocht oder im weiteren Sinne Nahrungsmittel erzeugt, der bestimmt mit darüber, wer wir sind. Wer Nahrung reicht, versorgt andere Menschen und übernimmt damit eine Rolle, die wir mit der Mutter verbinden, der Natur oder - noch abstrakter - einer schöpferischen Kraft.
    Versucht man den schier nicht endenden Erfolg von Kochshows zu erklären, stößt man unter anderem auf eine Erlebensdimension, die symbolisch dem „Genährt werden“ entspricht, dass wir aus der Kindheit kennen und das uns Sicherheit, Geborgenheit vermittelt. So harren die Zuschauer den gesamten Zubereitungsprozess aus, in Erwartung der Verkostung, mit der sich der Spannungsbogen schließt, begleitet von einem „Mhhhhhhh… lecker!“. Die wenigsten der im Fernsehen zubereiteten Gerichte werden nachgekocht – genährt werden wir durch sie trotzdem.

Today we start the blog about the 77 Human Needs. The 77 Human Needs System ranges from the need #01 Eating to the #77 Meaning and reflects the complexity of human aspiration given to us by evolution.
    Of course we begin with Need #01 - Eating. As a former cook, this is a special pleasure for me. We all miss a lot during the COVID 19 crisis - I personally was looking forward most of all to the reopening of my favorite restaurant. Because eating doesn't only mean to get full, but to share culture and the second deficit is as serious as the first one. Read more about our need #01 Eating and get healthy through this time. Yours, Guido Beier

Heute starten wir den Blog zu den 77 Human Needs. Das 77 Human Needs System reicht vom Bedürfnis #01 Essen bis zur #77 Sinn und bildet die uns von der Evolution mitgegebene Komplexität menschlichen Strebens ab.
    Wir beginnen natürlich mit dem Need #01 - Essen. Als früherer Koch ist mir das ein besonders Vergnügen. Wir alle vermissen während der COVID 19 Krise vieles - ich persönlich habe mich am allermeisten auf die Wiedereröffnung meines Lieblingsrestaurants gefreut. Weil Essen nicht nur bedeutet satt zu werden, sondern Kultur zu teilen und das zweite Defizit genauso schwer wiegt wie das erste. Lesen Sie mehr über unser Bedürfnis #01 Essen und kommen Sie gesund durch diese Zeit.
Ihr Guido Beier

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